DOWNHILL

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Freeride-/ Downhill-Sport – was ist das?

Fast jeder kann sich etwas unter Mountainbiking vorstellen, aber Freeride und Downhill – was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

Nun – so wie es beim Skifahren die unterschiedlichsten Disziplinen gibt (Langlauf, Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Skicross, etc.), ist auch Mountainbiken mehr, als Berge auf der einen Seite hoch und der anderen wieder runter zu fahren. Es ist eine unglaublich vielseitige Sportart: Marathon, Cross Country, Alpenüberquerungen, Four-Cross, Dirtjump usw. usw.. Beim Freeride und Downhill geht es hauptsächlich bergab. Die Strecken sind mit natürlichen und künstlichen Hindernissen technisch sehr anspruchsvoll. Steinpassagen, Sprünge, Steilkurven, Wurzelteppiche, Steilstücke – da wird vom Sportler eine sehr gute Fahrtechnik und ein gutes Körper-, Balance- und Bikegefühl abverlangt. Beim Freeriden fährt man völlig ohne Zeitdruck und Streckenvorgabe. Man „spielt mit dem Gelände“, sucht sich eine Linie aus und nutzt jede Chance zum Springen und Tricksen. So kann der Biker seine eigenen Fähigkeiten und seinen eigenen Fahrstil optimal in die Strecke integrieren, bzw. aus der Strecke „heraus holen“ – man ist eben „free“. Downhill ist die Rennvariante, bei der es, ähnlich wie bei der Ski-Abfahrt, auf einer festgelegten Strecke darum geht, als Erster ins Ziel zu kommen. Hierbei entscheiden, auch wie bei der Ski-Abfahrt, wenige hundertstel Sekunden über Sieg oder Niederlage, während „cooler Stil“ und Tricks weniger gefragt sind.

Die Bikes

Die oben genannten Strecken sind nicht mit einem Tourenrad zu fahren, das leuchtet ein. Ein Downhillbike muss besonders stabil sein und hat vorne und hinten Federwege, wie man sie eigentlich eher von Enduro-Motorrädern kennt, damit die Sprünge und Hindernisse abgefedert werden können. Durch diese stabile Bauweise, das damit verbunden hohe Gewicht (16,5 bis 19 kg) und die spezielle Bergab-Geometrie sind diese Räder bergauf natürlich kaum fahrbar und brauchen dementsprechend spezielle Bergab-Strecken.

Der „Flow“

Der Reiz beider Disziplinen besteht nicht zuletzt darin, diese schwierigen Strecken möglichst „flüssig“ und/ oder schnell zu bewältigen. Das erfordert eine enorme Fitness, eine hohe Koordination von Geist und Körper, Bikebeherrschung und Streckenkenntnis. Wenn das alles gelingt und locker von der Hand geht, kommt man in den „Flow“, einen Zustand hoher Zufriedenheit, der alles miteinander verschmilzt: Geschwindigkeit, Gewichtsverlagerung, bremsen, aus der Kurve heraus beschleunigen, springen… alles wird Eins und der Alltag wird komplett ausgeblendet. Ein überaus tolles Gefühl, Glückshormone werden ausgeschüttet, man ist im Hier und Jetzt und fährt einfach nur Rad.

Die Kleidung

Mit ihrer Motocross-ähnlichen Kleidung wie Vollvisierhelm, Motorradbrille, Knieschoner, Brustpanzer etc. sehen Freerider/ Downhiller für Menschen, die den Sport nicht kennen, übrigens mitunter recht martialisch und befremdlich aus. Dabei tragen sie diese „Rüstungen“ lediglich zum Schutz vor Verletzungen, falls sie tatsächlich einmal stürzen sollten.

Fehlende Strecken – die größte Barriere

Nun macht es wenig Sinn und Spaß, mit solchen Rädern den Hermannsweg in Ostwestfalen-Lippe zu befahren. Es braucht schon anspruchsvollere Strecken, die auch nach mehreren Fahrten den Sportler noch herausfordern und einen Lerneffekt bewirken. Der Teutoburger Wald ist da ein ideales Revier, gibt es doch an vielen Stellen gute Möglichkeiten, wo Freerider und Downhiller ihrem Hobby nachgehen könnten: direkt vor Ort. Für zwei Stunden nach der Schule, nach Feierabend, mit Freunden, ohne große Mühen. An dieser Stelle sei eine große Barriere benannt: „in Bielefeld gibt es keine legalen Strecken im Wald, die für die Sportler zu nutzen sind, ohne Aufsehen bei anderen Waldnutzern zu erwecken.“
Schäden im Wald, Haftungsfragen für die Waldbauern und finanzielle Hürden müssen angesprochen werden.

Zeitungsartikel aus der Vergangenheit berichteten schon über diverse Probleme: Neue Westfälische 24.08.2012: Mountain-Biker bauen Rennstrecke ab; Westfalen Blatt 31.08.2012: Legale Rennstrecke in Planung

Zudem wird der Wald hier von extrem vielen Menschen genutzt, da wird es etwas eng… Man bräuchte also ein extra Gelände, so dass sich – ähnlich wie im Sauerland bspw. (wo zudem mehr Wald ist) – Wanderer, Jogger, Walker, Pilzsucher, Reiter, Geocacher, Familien etc. nicht mit den Downhillern „um den Platz streiten“. Ein legales Areal, auf dem eine kleine Anzahl verschiedener Abfahrten angelegt werden könnte…, das fehlt in der freundlichen Stadt am Teutoburger Wald…